Eurasier Bero Finn vom Laweketal

Der Eurasier

Der Rassegründer, Julius Wipfel, wünschte sich einen sehr ursprünglichen Hund mit hervorragender Anpassungsbereitschaft und den sozialen Fähigkeiten seines Urahnen, dem Stammvater Wolf.
Zunächst verpaarte er den asiatischen Chow Chow mit dem deutschen Wolfsspitz und nannte die daraus entstehenden Hunde Wolf-Chow. Da der Wolf-Chow aber vom Charakter her noch nicht vollständig den Vorstellungen des Rassegründers entsprach, kreuzte Wipfel später noch den asiatischen Samojeden ein und nannte die neue Rasse Eurasier.

Der Eurasier ist ein mittelgroßer, spitzartiger Hund, mit ruhigem, aufgeschlossenem Wesen, nicht lautfreudig und mit geringem Jagdtrieb. Er ist ein wunderbarer Familienhund, akzeptiert alle zum Haushalt gehörigen Haustiere, hat ein offenes, freundliches Wesen, besteht aber darauf, immer fester Bestandteil der Familie zu sein. Für die Zwingerhaltung und die Ausbildung durch dritte Personen ist er nicht geeignet. Der Eurasier schließt sich eng an seine Familie an und ist Fremden gegenüber zurückhaltend, aber nicht aggressiv. Ein Apportierhund ist er nicht. Er läuft zwar hinter geworfenen Gegenständen her, bringt sie vielleicht auch zwei- oder dreimal wieder zurück, aber dann lässt er sie liegen, nach dem Motto, *Du hast es geworfen, hol’s auch selber wieder zurück, ich bin doch nicht Dein Lakai.*
Aber was sagen schon Rassebeschreibungen aus. Jeder Hund ist ein Individuum und hat seinen eigenen Charakter.

 

14. 06. 2003
 

Mein Wolfslümmel Finn

geb.: 10.05.2003

Finn ist ein Eurasier der Kurzhaar-Variante. Kurzhaarige Eurasier kommen nur äußerst selten vor und sind deswegen etwas ganz Besonderes. Ich schätze mich glücklich, einen so außergewöhnlichen Eurasier meinen Begleiter nennen zu dürfen.
Sein vollständiger Name lautet *Bero Finn vom Laweketal*, aber wir nennen ihn nur Finn oder auch schon mal Finnemann, oder Schnuffelchen, Spatzi, Süßer und was uns sonst noch alles so einfällt *g*.
Geboren wurde Finn in Zappendorf bei Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt.
Er ist die Freude meines Herzens.

 

15. 06. 2003
   

Welpenübernahme

Hallo Ihr Lieben,
nun will ich mal versuchen, das ereignisreiche Wochenende der Welpenübernahme zu beschreiben *schwitz erst mal*.
Am Freitag, den 18.07.2003 ging's früh morgens um 7:00 Uhr los, ab ins Auto und auf die Autobahn Richtung Sachsen-Anhalt. Erste Station Quedlinburg, Welterbestadt. Ein Städtchen mit wunderschönen Fachwerkhäusern. Der große Chip meiner Digi-Cam hatte mit 95 Bildern nicht genug Fassungsvermögen, er war innerhalb weniger Stunden voll. Den zweiten, kleineren Chip wollte ich mir für den Tag der Welpenübernahme aufheben, also keine weiteren Bilder von Quedlinburg *seufz*. Muss ich halt mit den 95 Stück zufrieden sein.
Am nächsten Tag ging’s dann um 8:30 Uhr weiter, noch eine Stunde bis zum Zielort, dachten wir. Da haben wir aber nicht mit den tausend Umleitungen gerechnet, die uns an allen Ecken und Enden überraschten. So sind wir dann erst um 10:05 Uhr am Treffpunkt angekommen, 5 Minuten Verspätung. War aber nicht so schlimm, weil die Anderen haben auf uns gewartet. So sind sie, die Hundefreunde :-). Etliche hatten ihre älteren Hunde mitgebracht. So ging es mit ca. 15 Menschen und 8 Hunden in die Gastwirtschaft. Der Kellner bekam einen Schweißausbruch beim Anblick der Hunde, ließ sich aber durch ihr liebes Wesen überzeugen. Nun folgte ein 2-stündiger Vortrag des Zuchtwartes und einer angehenden Zuchtwartin, bei dem viele Fragen gestellt wurden und soviel Informationen rüber kamen, dass mir fast der Kopf schwirrte. Uff, wie soll ich das nur alles behalten?
Dann gab's Mittagessen und anschließend Fahrt zur Züchterin. Erfrischung, Kaffee, Kuchen, Vertrag unterzeichnen, bezahlen und dann kam der für die Welpenkäufer glückliche und die Züchterin traurige Augenblick der Welpenübergabe. Es sind viele Tränen geflossen *schnief*.
Um 15:15 Uhr dann Abfahrt. Ich saß auf der Rückbank hinter dem Beifahrersitz, Finn lag auf meinem Schoß, unter sich eine alte Decke, die nach Mama und Geschwisterchen roch. So ging's dann also durch die Hitze *schwitz, hechel* in Richtung NRW. 4 1/2 Stunden haben wir gebraucht, absoluter Rekord. Nur eine Pause, weil Finn keine Anzeichen machte, mal zu müssen. In dieser Pause habe ich ihn dann mal ins Grüne gesetzt, aber er hat mich nur angeschaut, als wollte er sagen *und? Was soll das jetzt?* Nach 10 Minuten Sitzen und Gucken hab' ich ihn dann auf den Schoß genommen und geknuddelt und dann lief es, alles auf meine Jeans, lach. *Dumm gelaufen*. Ok, Jeans musste eh in die Wäsche, war sowieso durchgeschwitzt.
Zuhause angekommen, wurde erst einmal die Wohnung erkundet. Die beiden Katzen haben nicht schlecht gestaunt, was da so frech durch ihr Revier lief. Erst mal Buckel machen, ein wenig fauchen und dann höhere Gefilde aufsuchen, die eine auf's Hochbett, die andere auf den Kratzbaum. Gucken wir uns den komischen Störenfried erst mal von oben an. Und was macht Finn? Er rennt hin und blafft sie an, aber nur halbherzig, denn eigentlich hat er schon Schiss vor diesen fauchenden Dingern. Die sind so ganz anders, als die Katzen, die er bei Mama kennen gelernt hat.
Die erste Mahlzeit im neuen Heim schmeckt ganz vorzüglich, hat die Züchterin ja auch noch mitgegeben. Später dann der erste Spaziergang. Erst mal umgucken, was hier überall so abgeht.
Die erste Nacht wird für alle unruhig. Finn weint zwar kaum, aber er findet keine rechte Ruhe, alles ist so neu, riecht so anders, keine Mama da, keine Geschwister da.
Morgens um 5:30 Uhr erst mal mit Finn auf die Wiese. Der macht sein Häufchen und was noch so dazu gehört. Wieder nach Hause. Ich bin so müde, dass ich mich noch mal ins Bett lege. Finn legt sich davor. Um 8:00 Uhr wache ich erst wieder auf. Aus dem Kinderzimmer schreit es: "Finn hat auf den Teppich gepisst und gekackt" Ah ja, wäre ja auch zu schön gewesen. Wunschvorstellung über Bord geworfen. Teppich sauber machen. Im Laufe des Tages kommen noch einige Pfützen dazu. Die Häufchen allerdings werden auf der Wiese erledigt. Schon mal was, lach. Züchterin angerufen und gefragt, woran merke ich, dass Finn mal muss? Sie sagt er fiept und schnuppert einige Zeit am Boden. Also Finn unter Dauerbeobachtung. Oh er schnuppert einmal, aber er fiept nicht, alles ok, nein Pustekuchen, da ist die Pfütze schon. Mir steht der Schweiß auf der Stirn. Finn fiept nicht, er schnuppert einmal und pinkelt dann sofort. Keine Chance für mich. Also immer laut *Nein* rufen, wenn er wieder schneller ist als ich.
Die Nacht war wieder ok. Diesmal kein Haufen in der Wohnung. Um 5:45 Uhr auf die Wiese, alles verläuft zur Zufriedenheit. Wieder nach Hause. Gegen 8:00 Uhr mit der Wäsche und Finn in den Keller zur Waschmaschine. Es gibt einiges zu waschen. Finn schnuppert, Finn fiept nicht, Finn kackt. Nein Finn, doch nicht in den Keller. Schnell wegmachen, bevor eine Nachbarin auftaucht. Erst mal wieder Finn an die Leine, Gassi gehen. Er muss nicht mehr, wie auch, hat er ja im Keller erledigt. Nach dem Spaziergang erst mal PC anwerfen. Finn schnuppert, Finn fiept nicht, Finn pinkelt, direkt vor dem PC auf den Teppich. Finn hättest Du das nicht eben draußen erledigen können? Also wieder Teppich saubermachen. So sieht's nun aus. Zum Glück sind die Teppiche schon alt, da ist es nicht mehr so schlimm, da haben schon Karnickel drauf gepinkelt und Katzen drauf gekotzt. Da hält der Teppich auch noch die Pipi von Finn aus. Es ist eh bald Renovieren angesagt. Bis dahin wird der kleine Racker wohl stubenrein sein :-).
 
21.07.2003 C.F


 
14. 10. 2003
   

Wolfslümmel

Hallo Ihr Lieben,

glaubt Ihr an Seelenverwandtschaft? Nicht zwischen Menschen meine ich, sondern zwischen Mensch und Tier. Nun, ich glaube daran und an noch viel mehr. Aber dazu später. Zunächst einmal möchte ich Euch wissen lassen, dass ich mir seit meinem 10. Lebensjahr, und das sind nun immerhin 40 Jahre, einen Hund gewünscht habe. Einen Namen hatte ich auch schon für den Hund, den ich vielleicht einmal bekommen sollte. Finn sollte er heißen und nicht anders, denn ich hatte damals ein Abenteuerbuch gelesen, das mich fasziniert hatte. Finn, der Wolfshund von A.J. Dawson.
Im Juli des Jahres 2003 ging mein Wunsch endlich in Erfüllung. Mein Mann und ich holten den kleinen Eurasier-Rüden Finn über 500 km Entfernung zu uns. Schon, als ich den kleinen Lümmel zum ersten Mal im Alter von 5 Wochen beim Besichtigungsbesuch sah, war mir klar, der und kein anderer. So war es für meinen Mann und mich auch kein Problem, dass unser kleiner Finn kürzeres Fell hatte, als seine Geschwisterchen. Glücklich, nun endlich meinen Hund zu haben, schloss ich ihn tief in mein Herz, und meine Seele hüpfte vor Freude, denn es war mir so, als würden wir uns kennen, schon sehr lange kennen, sehr sehr lange, über Jahrhunderte hinweg, sozusagen durch viele Leben hindurch. War es Schicksal, dass wir wieder zusammenfanden? War es eine Prüfung, die dann folgte? Eine Prüfung für mich? Ob ich auch zu Finn stehen würde wenn...., ja wenn er kein reinrassiger Eurasier wäre? Ja, die Frage der Reinrassigkeit stand im Raum, nicht bei mir, aber von Seiten einzelner Vereinsmitglieder. Finn hat zu kurzes Fell für einen Eurasier, er kann nicht reinrassig sein, hieß es. Ein Vaterschaftstest musste her. Drei Hunde mussten in der Gluthitze dieses Sommers zum Tierarzt, um sich Blut entnehmen zu lassen. Alle drei Proben wurden eingeschickt, um im Labor verglichen zu werden. 14 Tage banges Warten für die Züchterin, die sich keiner Schuld bewusst war. Ihre Hündin war nicht fremd gedeckt worden. 14 Tage Ungewissheit auch für uns, dabei war es mir so egal, ob mein Finn reinrassig ist oder nicht. Ich brauche keine Ahnentafel, ich brauche keine Pokale, ich brauche keinen reinrassigen Hund, ich brauche nur Finn, so wie er ist und kein bisschen anders. Wisst Ihr, wie das ist, wenn Euch gesagt wird, Ihr könnt den Hund, den Ihr erworben habt wieder zurückgeben, wenn er nicht reinrassig ist? Das tut weh. Er ist so herzallerliebst, der kleine Wolfslümmel, und er wohnt in meinem Herzen, schon so lange Zeit. Zurückgeben? Kommt überhaupt nicht in Frage. Ich werde mich doch nicht wieder von meinem Krafttier trennen, wo ich doch 40 Jahre auf ein Wiedersehen gewartet habe. Nein, Finn und ich wir sind eins, wir sind seelenverwandt, wir bleiben zusammen, und wenn uns das Schicksal eines Tages trennt, dann treffen wir uns an der Regenbogenbrücke wieder.

Ach ja, das Testergebnis, fast hätte ich es vergessen. Finn ist ein reinrassiger Eurasier!!!

C.F. 05.09.2003

 

   
14. 07. 2004 07. 11. 2004
 

Seltsame Begegnung der dritten Art

Ich möchte Euch gerne von Finns seltsamer Begegnung der dritten Art berichten, lach. Es begann mit einem ganz harmlosen Spaziergang. Finn, inzwischen vier Monate alt, und ich spazierten gemütlich über die gewohnte Wiese. Die Sonne schien, es war wunderschön und Finn lief ohne Leine. Er schnupperte mal hier, mal dort, lief mal schnell, mal langsam durch die Wiese, immer hin und her, wie es Hunde so an sich haben. Nun befindet sich am Rande dieser Wiese eine Art Entwässerungsgraben, der ziemlich stark mit Gras, Brennnesseln und Disteln bewachsen ist. Am Ende dieses Grabens ist ein Abflussrohr in den Boden eingelassen, das mit einem Gitter versehen ist
Vor diesem Gitter steht meist eine kleine Wasserpfütze, aus der Finn fast regelmäßig zu trinken pflegt. Auch diesmal rannte er zielstrebig dort hin, um zu trinken, kam wieder zurück und preschte erneut in Richtung Pfütze, da stoppte er plötzlich mitten im Lauf, überschlug sich fast und kam in wildem Galopp wieder zu mir zurück. Im selben Moment sprang an der gleichen Stelle eine schwarz-weiße Katze hoch in die Luft und raste mit eingezogenem Schwanz in die entgegen gesetzte Richtung davon. Beide müssen einen Mordsschrecken bekommen haben, als sie sich so plötzlich gegenüber standen. Kaum war Finn neben mir angekommen, stellten sich seine Nackenhaare auf und er bellte der Katze aufgeregt hinterher. „Also so was, wie kann die mich so erschrecken, sitzt da einfach so im hohen Gras.“ Was mag sich wohl die Katze gedacht haben, kommt da so ein junger Spund daher und springt ihr fast ins Gesicht. Seit dieser Begegnung ist Finn noch nicht wieder bei dieser Pfütze gewesen, um zu trinken. Die Katze muss ihn wohl mächtig beeindruckt haben, lach.

C.F. 17.09.2003

 

   
18. 09. 2005 03. 11. 2005
   

Sonnenaufgang im Nebel

Heute früh gegen 6:30 Uhr wurde ich von einer feuchten Schnauze und einer warmen Hundezunge wach geküsst. „Ja, bin ich denn Dornröschen, Finn? Na gut, ich steh ja schon auf. Die Tigerin steht ja auch schon auf dem Nachtschränkchen.“ Ob die wohl Hunger haben ? „g“ Also raus aus dem Nachthemd, rein ins Badezimmer, Toilette, Zähne putzen, waschen, anziehen und erst mal Katzen füttern. Dann das Frühstück für Finn zubereiten, Haferflocken einweichen, ½ Apfel raspeln, ½ Banane zerquetschen, 1 Teelöffel Honig dazu, zwei Esslöffel Joghurt, alles vermischen. „Na dann komm mal her du lümmeliger kleiner Wolf, Frühstück ist angerichtet“. – Schlabber, schlabber, schlabber – Wenn man dich so schmatzen hört, bekommt man selbst Hunger. Aber ich muss noch warten, erst kommt der Spaziergang mit Finn. Ausgeschlabbert? Super, also ab nach draußen auf die Wiese.
Oh, wie schön sie heute ist, die Wiese. Die Nebelschwaden wabern kurz über dem Gras, ich traue mich kaum durchzugehen, ich könnte ja etwas Geheimnisvolles zerstören. Finn läuft durch das nasse Gras und hat seinen Spaß. Hier ein Strullerchen, da ein Häufchen. So ist es brav Finn. Mein Blick wandert gen Himmel und es trifft mich der Schlag. Was für eine Beleuchtung. Die aufgehende Sonne taucht die Wolken in ein unfassbar schönes Rot. Fasziniert stehe ich bestimmt 10 Minuten wie angewurzelt und starre in die Wolken. Und wieder habe ich die Digi-Cam vergessen. Ich könnte mich wohin beißen. Derweil buddelt Finn die Wiese um. Eigentlich soll er das ja nicht, aber ....... diese Wolken, dieser Sonnenaufgang und dieser Nebel, boah. Buddel noch ein wenig Finn, ich komme gleich.

C.F. 17.09.2003

 

   
07. 05. 2006 23. 07. 2006
   

Schwanenjagd mit Hindernissen

Finn ist jetzt 8 ½ Monate alt und mitten in der Flegelzeit. Nicht-hören-wollen gehört zu den Dingen, die er zur Zeit perfekt beherrscht. So muss der Lümmel bei den Spaziergängen momentan an der Leine gehen, nur in den Rheinwiesen darf er frei laufen, weil es da keine Straßen gibt, über die er zu anderen Hunden stürmen könnte. Nun fahren wir an den Wochenenden morgens in die Rheinwiesen, um mit einer Meute von bis zu 11 Hunden und deren Herrchen und Frauchen spazieren zu gehen. Der  Rhein hatte in den letzten Wochen Hochwasser und wir konnten nur auf dem Deich entlang laufen. Bis heute war nun der Wasserstand wieder soweit gesunken, dass wir wieder durch die Wiesen laufen konnten. Na laufen ist übertrieben, eher rutschen, oder auch mal waten, jedenfalls quatschte es ziemlich unter den Gummistiefeln. An den tieferen Stellen der Rheinwiesen gab es noch vereinzelte Wasseransammlungen, teilweise so groß wie Teiche, tief genug, dass die Wasservögel drauf schwimmen konnten. So arbeiteten sich heute Hunde und Menschen durch den Matsch, als mich von der Seite der Ruf ereilte: „Finn jagt!“
Ein Blick zurück und ich sah, dass Finn hinter zwei tief fliegenden Schwänen her jagte, die im Begriff waren auf einer dieser übrig gebliebenen Wasserflächen zu landen. Unser Ruf nach ihm drang entweder nicht an sein Ohr, oder er ignorierte ihn mal wieder, jedenfalls jagte er weiter den Schwänen hinterher. In seinem Eifer, übersah er wohl das in der Senke stehende Wasser, auf dem die Schwäne landeten, jedenfalls rannte er im vollen Galopp hinein. Das Wasser spritzte in alle Richtungen und schlug über Finn zusammen. Das muss ihn so erschreckt haben, dass er sofort kehrt machte und genauso schnell wieder aus dem Wasser schoss, wie er drin gelandet war. Verdutzt blieb er daraufhin stehen und schaute in unsere Richtung. Wir konnten uns vor Lachen nicht mehr halten. Da fiel Finns Blick auf eine vorwitzig Krähe, die in seiner Nähe saß und sich wohl über ihn lustig machte. Nun musste sie herhalten. Finn stürmte in ihre Richtung, um wenigstens sie zu erbeuten, aber auch diese Jagd war nicht von Erfolg gekrönt. Nach diesem Misserfolg besann sich Finn auf uns und kam Trost suchend zurück, um wieder mit dem Rudel mitzulaufen. Ob Finn nun begriffen hat, dass Hunde nicht fliegen können?

C.F. 01.02.2004

 

   
28. 02. 2007 20. 12. 2007
   
Vom Einsauen eines Badezimmer
 

Habt ihr schon mal ein gut eingesautes Badezimmer gesehen und wisst Ihr, was man dafür tun muss? Nein? Dann will ich's Euch erzählen.
Zunächst braucht Ihr dafür einen Hund, einen lebenden natürlich, keinen Stoffhund, wäre ja zu einfach.
Mit diesem Hund, hier Finn genannt, macht ihr einen längeren Spaziergang über die Rheinwiesen und wartet, bis er sich so richtig in Kot gewälzt hat, weil das riecht ja so gut, meint er. Ihr meint natürlich, riecht gar nicht gut, also zu Hause Finn in die Badewanne, abduschen, shampoonieren, wieder abduschen, abtrocknen, fertig. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht natürlich ganz anders aus.
Finn äugt schon misstrauisch gen Badewanne, als zu ganz ungewohnter Zeit das Duschwasser reguliert wird. Und dann stehen die auch noch zu zweit vor der Wanne, da kann ja was nicht stimmen. Alles was transportiert werden kann, wird vorsichtshalber aus dem Bad geschafft. Was die nur vorhaben? Seltsame Sache. Nun schnappt Frauchen sich den stinkenden Finn, der schon nichts Gutes ahnt. In die Wanne will er schon mal gar nicht, weil *sowas komisches habt Ihr mit mir noch nie gemacht*.

Erst mal kräftig sträuben, Beine weit voneinander weg strecken, Rücken steif machen, vielleicht hilft es ja. Hilft aber nix. Drin ist er in der Wanne. Nun kommt die erste Dusche. *Was soll das denn, ich riech doch grad so gut*. Zappel, hops, lasst mich hier raus. Nein, Frauchen und Herrchen halten beide den kleinen Stinker fest. Nun Shampoo auf die Hand und Hund einseifen. *Iiiiigitt, was macht Ihr mit mir?* Erst mal anfangen zu zittern, vielleicht hilft es ja. Hilft aber auch nicht. Versuch ich halt, derart eingeseift, aus der Wanne zu flüchten. Ha, fast geschafft, wenn da nicht vier Hände nach mir greifen würden. Mist, muss ich mich wohl meinem Schicksal ergeben. Nun kommt wieder die Dusche. *Ist es bald gut? Ich mag nicht mehr.*
Endlich, Frauchen macht das Wasser aus. *Darf ich jetzt gehen?* Nein, immer noch nicht. Jetzt kommt so ein riesig großes Ding auf mich zu. Badehandtuch nennt Frauchen das. Da wird Finn nun drin eingewickelt, wenn er sich mal einwickeln ließe. Jedenfalls im Tuch wird Finn aus der Wanne gehoben und dann auf dem Boden abgerubbelt. *Ob ich jetzt flüchten kann?* Versuch gewagt und misslungen. *Manno, Frauchen merkt aber auch alles.*
Endlich nach etlichen Minuten Rubbelei darf Finn gehen. *Jetzt bin ich aber sauer. Dafür schüttle ich mich noch mal im Vorbeigehen und verteile das restliche Wasser in der Diele.*
Tja, nun ist Finn sauber und das Badezimmer eingesaut.
Frauchen sagt noch *Finn, wehe Du wutzt Dich noch einmal so ein.* Aber da hört Finn schon gar nicht mehr hin. Er beschäftigt sich lieber mit dem Belohnungsleckerchen. Hat er von Herrchen bekommen, weil er das Badezimmer so schön eingesaut hat. *Grrrrrrrrrrr*

 C.F. 11.12.2004

 

   
21. 07. 2007 08. 03. 2008
   

Schutzengel gibt es doch!

Heute habe ich eine eher schreckliche Begebenheit zu berichten, auch wenn sie einen guten Ausgang hatte.
Am vergangenen Sonntag kamen wir mit Finn im Auto vom Schrebergarten zurück, fuhren den Wagen in die Garage, die auf einem großen Garagenhof liegt, und ich ließ wie üblich Finn aus dem Auto. Kaum war er raus, rannte er los und bellte wie wild. Ich guckte entsetzt hinterher und sah, dass da eine schwarze Katze im Garagenhof war, die wir vorher nicht gesehen hatten. Ich schrie hinter Finn her, aber der Zug war abgefahren. Die Katze verschwand in Richtung Straße, Finn  hinterher. In Gedanken hörte ich schon die Bremsen quietschen und sah mich bei der Beerdigung unseres Hundes. Ich mit all meinen Pfunden so schnell ich konnte hinter Finn  her. Als ich an der Straße ankam, war von ihm nichts mehr zu sehen. Ich rief nach Finn, da kam er hinter einem parkenden Auto hervor und schlich mit eingezogenem Schwanz und angelegten Ohren zu mir. Gott sei Dank, dachte ich, nichts passiert.

Montag Abend nun sprach eine Nachbarin meinen Mann an und sagte, sie hätte beobachtet, wie Katze und Hund über die Straße gerannt sind und Finn dabei von einem Auto gestreift wurde. Als die Katze sich in Sicherheit bringen konnte, Finn somit die Jagd aufgab und wieder über die Straße zurück zum Haus lief, wäre es fast zu einem Unfall gekommen. Als ich davon hörte, wurde mir ganz übel. Mein Herz sank in die untersten Regionen meines Körpers und mir sprangen die Tränen in die Augen.
Zum Glück scheint Finn außer einem kleinen Schock nichts abbekommen zu haben.
Es gibt sie also doch, die Schutzengel! Und mein Finn hat an diesem Tag mindestens zwei davon gehabt. Ich danke Gott im Namen aller, die Finn lieben, dass er ihn an diesem Tag nicht zu sich gerufen hat.
Nie wieder werde ich Finn auf dem Garagenhof ohne Leine laufen lassen. Das habe ich mir in dem Moment größten Entsetzens geschworen.

C.F. 25. 04. 2006

 

   
   
Anam Cara Eurasier
 

Immer wieder hört man Stimmen, die fragen:“ Wozu ist ein Eurasier eigentlich gut? Er ist zum Jagen nicht zu gebrauchen, als Rettungshund nicht zu gebrauchen, als Fährtensucher nicht zu gebrauchen und auch sonst zu nichts gut. Er sieht nur schön aus.“

Oberflächlich betrachtet mag das stimmen, aber nicht, wenn man seine Sichtweise ändert und dem Eurasier in die Seele schaut, denn der Eurasier ist der Anam Cara unter den Hunden, der Seelenfreund.. Anam Cara kommt aus dem Gälischen, wobei Anam die Seele und Cara der Freund bedeutet.

Der Eurasier hat eine andere Aufgabe, als andere Hunderassen, er ist der Seelentröster, der Knuddelhund, der Schmusebär. Er ist zur Stelle, wenn Du traurig bist und tröstet Dich. Er freut sich wie irre, wenn Du glücklich bist, denn dann ist er es auch. Er will immer und überall bei Dir sein und kann er es nicht, wartet er, dass Du zu ihm zurückkommst. Dann tanzt er vor Freude und zeigt Dir all seine Liebe.

Der Eurasier hält mit Blicken Zwiesprache mit Dir und Du bist Dir sicher, er versteht jedes Wort, wenn Du ihm etwas sagst. Und auch er gibt Dir unmissverständlich zu verstehen, wenn ihm etwas nicht passt, wenn er etwas nicht will. So ist das bei Seelenfreunden, sie haben beizeiten auch ihren eigenen Kopf. Das ist der Preis, den wir zu zahlen haben, wenn wir uns auf den Eurasier einlassen. Und, sagt doch selbst, all’ Ihr Eurasierbesitzer, zahlen wir diesen Preis nicht gerne?

Sollte Euch noch einmal jemand fragen, wozu ein Eurasier gut sei, dann sagt einfach:“ Er ist der Anam Cara unter den Hunden, der Seelenfreund.“

 © Christiane Fehse – 09.02.2008

 

   
   
Für die Welt magst Du nur irgendein Hund sein, aber für mich bist Du die Welt.