|
Der Eurasier
|
Der Rassegründer, Julius
Wipfel, wünschte sich einen sehr ursprünglichen Hund mit
hervorragender Anpassungsbereitschaft und den sozialen Fähigkeiten
seines Urahnen, dem Stammvater Wolf.
Zunächst verpaarte er den asiatischen Chow Chow mit dem deutschen
Wolfsspitz und nannte die daraus entstehenden Hunde Wolf-Chow. Da der Wolf-Chow
aber vom Charakter her noch nicht vollständig den Vorstellungen des
Rassegründers entsprach, kreuzte Wipfel später noch den asiatischen
Samojeden ein und nannte die neue Rasse Eurasier.
Der Eurasier ist ein mittelgroßer, spitzartiger Hund, mit ruhigem,
aufgeschlossenem Wesen, nicht lautfreudig und mit geringem
Jagdtrieb. Er ist ein
wunderbarer Familienhund, akzeptiert alle zum Haushalt
gehörigen Haustiere, hat ein offenes, freundliches Wesen, besteht
aber darauf, immer fester Bestandteil der Familie zu sein. Für die
Zwingerhaltung und die Ausbildung durch dritte Personen ist er nicht
geeignet. Der Eurasier schließt sich eng an seine Familie an und ist
Fremden gegenüber zurückhaltend, aber nicht aggressiv. Ein
Apportierhund ist er nicht. Er läuft zwar hinter geworfenen
Gegenständen her, bringt sie vielleicht auch zwei- oder dreimal
wieder zurück, aber dann lässt er sie liegen, nach dem Motto, *Du
hast es geworfen, hol’s auch selber wieder zurück, ich bin doch
nicht Dein Lakai.*
Aber was sagen schon
Rassebeschreibungen aus. Jeder Hund ist ein Individuum und hat
seinen eigenen Charakter. |
|
 |
|
14. 06. 2003 |
| |
|
Mein
Wolfslümmel Finn
geb.: 10.05.2003
Finn ist ein Eurasier der
Kurzhaar-Variante. Kurzhaarige Eurasier kommen nur äußerst selten vor und
sind deswegen etwas ganz Besonderes. Ich schätze mich glücklich, einen so
außergewöhnlichen Eurasier meinen Begleiter nennen zu dürfen.
Sein vollständiger Name lautet *Bero Finn vom Laweketal*, aber wir nennen
ihn nur Finn oder auch schon mal Finnemann, oder Schnuffelchen, Spatzi,
Süßer und was uns sonst noch alles so einfällt *g*.
Geboren wurde Finn in Zappendorf bei Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt.
Er ist die Freude meines Herzens. |
|
 |
|
15. 06. 2003 |
| |
|
|
Welpenübernahme
Hallo Ihr
Lieben,
nun will ich mal versuchen, das ereignisreiche Wochenende der
Welpenübernahme zu beschreiben *schwitz erst mal*.
Am Freitag, den 18.07.2003 ging's früh morgens um 7:00 Uhr los, ab ins
Auto und auf die Autobahn Richtung Sachsen-Anhalt. Erste Station
Quedlinburg, Welterbestadt. Ein Städtchen mit wunderschönen
Fachwerkhäusern. Der große Chip meiner Digi-Cam hatte mit 95 Bildern
nicht genug Fassungsvermögen, er war innerhalb weniger Stunden voll.
Den zweiten, kleineren Chip wollte ich mir für den Tag der
Welpenübernahme aufheben, also keine weiteren Bilder von Quedlinburg
*seufz*. Muss ich halt mit den 95 Stück zufrieden sein.
Am nächsten Tag ging’s dann um 8:30 Uhr weiter, noch eine Stunde bis
zum Zielort, dachten wir. Da haben wir aber nicht mit den tausend
Umleitungen gerechnet, die uns an allen Ecken und Enden überraschten.
So sind wir dann erst um 10:05 Uhr am Treffpunkt angekommen, 5 Minuten
Verspätung. War aber nicht so schlimm, weil die Anderen haben auf uns
gewartet. So sind sie, die Hundefreunde :-). Etliche hatten ihre
älteren Hunde mitgebracht. So ging es mit ca. 15 Menschen und 8 Hunden
in die Gastwirtschaft. Der Kellner bekam einen Schweißausbruch beim
Anblick der Hunde, ließ sich aber durch ihr liebes Wesen überzeugen.
Nun folgte ein 2-stündiger Vortrag des Zuchtwartes und einer
angehenden Zuchtwartin, bei dem viele Fragen gestellt wurden und
soviel Informationen rüber kamen, dass mir fast der Kopf schwirrte.
Uff, wie soll ich das nur alles behalten?
Dann gab's Mittagessen und anschließend Fahrt zur Züchterin.
Erfrischung, Kaffee, Kuchen, Vertrag unterzeichnen, bezahlen und dann
kam der für die Welpenkäufer glückliche und die Züchterin traurige
Augenblick der Welpenübergabe. Es sind viele Tränen geflossen
*schnief*.
Um 15:15 Uhr dann Abfahrt. Ich saß auf der Rückbank hinter dem
Beifahrersitz, Finn lag auf meinem Schoß, unter sich eine alte Decke,
die nach Mama und Geschwisterchen roch. So ging's dann also durch die
Hitze *schwitz, hechel* in Richtung NRW. 4 1/2 Stunden haben wir
gebraucht, absoluter Rekord. Nur eine Pause, weil Finn keine Anzeichen
machte, mal zu müssen. In dieser Pause habe ich ihn dann mal ins Grüne
gesetzt, aber er hat mich nur angeschaut, als wollte er sagen *und?
Was soll das jetzt?* Nach 10 Minuten Sitzen und Gucken hab' ich ihn
dann auf den Schoß genommen und geknuddelt und dann lief es, alles auf
meine Jeans, lach. *Dumm gelaufen*. Ok, Jeans musste eh in die Wäsche,
war sowieso durchgeschwitzt.
Zuhause angekommen, wurde erst einmal die Wohnung erkundet. Die beiden
Katzen haben nicht schlecht gestaunt, was da so frech durch ihr Revier
lief. Erst mal Buckel machen, ein wenig fauchen und dann höhere
Gefilde aufsuchen, die eine auf's Hochbett, die andere auf den
Kratzbaum. Gucken wir uns den komischen Störenfried erst mal von oben
an. Und was macht Finn? Er rennt hin und blafft sie an, aber nur
halbherzig, denn eigentlich hat er schon Schiss vor diesen fauchenden
Dingern. Die sind so ganz anders, als die Katzen, die er bei Mama
kennen gelernt hat.
Die erste Mahlzeit im neuen Heim schmeckt ganz vorzüglich, hat die
Züchterin ja auch noch mitgegeben. Später dann der erste Spaziergang.
Erst mal umgucken, was hier überall so abgeht.
Die erste Nacht wird für alle unruhig. Finn weint zwar kaum, aber er
findet keine rechte Ruhe, alles ist so neu, riecht so anders, keine
Mama da, keine Geschwister da.
Morgens um 5:30 Uhr erst mal mit Finn auf die Wiese. Der macht sein
Häufchen und was noch so dazu gehört. Wieder nach Hause. Ich bin so
müde, dass ich mich noch mal ins Bett lege. Finn legt sich davor. Um
8:00 Uhr wache ich erst wieder auf. Aus dem Kinderzimmer schreit es:
"Finn hat auf den Teppich gepisst und gekackt" Ah ja, wäre ja auch zu
schön gewesen. Wunschvorstellung über Bord geworfen. Teppich sauber
machen. Im Laufe des Tages kommen noch einige Pfützen dazu. Die
Häufchen allerdings werden auf der Wiese erledigt. Schon mal was,
lach. Züchterin angerufen und gefragt, woran merke ich, dass Finn mal
muss? Sie sagt er fiept und schnuppert einige Zeit am Boden. Also Finn
unter Dauerbeobachtung. Oh er schnuppert einmal, aber er fiept nicht,
alles ok, nein Pustekuchen, da ist die Pfütze schon. Mir steht der
Schweiß auf der Stirn. Finn fiept nicht, er schnuppert einmal und
pinkelt dann sofort. Keine Chance für mich. Also immer laut *Nein*
rufen, wenn er wieder schneller ist als ich.
Die Nacht war wieder ok. Diesmal kein Haufen in der Wohnung. Um 5:45
Uhr auf die Wiese, alles verläuft zur Zufriedenheit. Wieder nach
Hause. Gegen 8:00 Uhr mit der Wäsche und Finn in den Keller zur
Waschmaschine. Es gibt einiges zu waschen. Finn schnuppert, Finn fiept
nicht, Finn kackt. Nein Finn, doch nicht in den Keller. Schnell
wegmachen, bevor eine Nachbarin auftaucht. Erst mal wieder Finn an die
Leine, Gassi gehen. Er muss nicht mehr, wie auch, hat er ja im Keller
erledigt. Nach dem Spaziergang erst mal PC anwerfen. Finn schnuppert,
Finn fiept nicht, Finn pinkelt, direkt vor dem PC auf den Teppich.
Finn hättest Du das nicht eben draußen erledigen können? Also wieder
Teppich saubermachen. So sieht's nun aus. Zum Glück sind die Teppiche
schon alt, da ist es nicht mehr so schlimm, da haben schon Karnickel
drauf gepinkelt und Katzen drauf gekotzt. Da hält der Teppich auch
noch die Pipi von Finn aus. Es ist eh bald Renovieren angesagt. Bis
dahin wird der kleine Racker wohl stubenrein sein :-).
21.07.2003 C.F
|
|
 |
|
14. 10. 2003 |
| |
|
|
Wolfslümmel
|
Hallo
Ihr Lieben,
glaubt
Ihr an Seelenverwandtschaft? Nicht zwischen Menschen meine ich, sondern
zwischen Mensch und Tier. Nun, ich glaube daran und an noch viel mehr.
Aber dazu später. Zunächst einmal möchte ich Euch wissen lassen, dass ich
mir seit meinem 10. Lebensjahr, und das sind nun immerhin 40 Jahre, einen
Hund gewünscht habe. Einen Namen hatte ich auch schon für den Hund, den
ich vielleicht einmal bekommen sollte. Finn sollte er heißen und nicht
anders, denn ich hatte damals ein Abenteuerbuch gelesen, das mich
fasziniert hatte. Finn, der Wolfshund von A.J. Dawson.
Im Juli des Jahres 2003 ging mein Wunsch endlich in Erfüllung. Mein Mann
und ich holten den kleinen Eurasier-Rüden Finn über 500 km Entfernung zu
uns. Schon, als ich den kleinen Lümmel zum ersten Mal im Alter von 5
Wochen beim Besichtigungsbesuch sah, war mir klar, der und kein anderer.
So war es für meinen Mann und mich auch kein Problem, dass unser kleiner
Finn kürzeres Fell hatte, als seine Geschwisterchen. Glücklich, nun
endlich meinen Hund zu haben, schloss ich ihn tief in mein Herz, und meine
Seele hüpfte vor Freude, denn es war mir so, als würden wir uns kennen,
schon sehr lange kennen, sehr sehr lange, über Jahrhunderte hinweg,
sozusagen durch viele Leben hindurch. War es Schicksal, dass wir wieder
zusammenfanden? War es eine Prüfung, die dann folgte? Eine Prüfung für
mich? Ob ich auch zu Finn stehen würde wenn...., ja wenn er kein
reinrassiger Eurasier wäre? Ja, die Frage der Reinrassigkeit stand im
Raum, nicht bei mir, aber von Seiten einzelner Vereinsmitglieder. Finn hat
zu kurzes Fell für einen Eurasier, er kann nicht reinrassig sein, hieß es.
Ein Vaterschaftstest musste her. Drei Hunde mussten in der Gluthitze
dieses Sommers zum Tierarzt, um sich Blut entnehmen zu lassen. Alle drei
Proben wurden eingeschickt, um im Labor verglichen zu werden. 14 Tage
banges Warten für die Züchterin, die sich keiner Schuld bewusst war. Ihre
Hündin war nicht fremd gedeckt worden. 14 Tage Ungewissheit auch für uns,
dabei war es mir so egal, ob mein Finn reinrassig ist oder nicht. Ich
brauche keine Ahnentafel, ich brauche keine Pokale, ich brauche keinen
reinrassigen Hund, ich brauche nur Finn, so wie er ist und kein bisschen
anders. Wisst Ihr, wie das ist, wenn Euch gesagt wird, Ihr könnt den Hund,
den Ihr erworben habt wieder zurückgeben, wenn er nicht reinrassig ist?
Das tut weh. Er ist so herzallerliebst, der kleine Wolfslümmel, und er
wohnt in meinem Herzen, schon so lange Zeit. Zurückgeben? Kommt überhaupt
nicht in Frage. Ich werde mich doch nicht wieder von meinem Krafttier
trennen, wo ich doch 40 Jahre auf ein Wiedersehen gewartet habe. Nein,
Finn und ich wir sind eins, wir sind seelenverwandt, wir bleiben zusammen,
und wenn uns das Schicksal eines Tages trennt, dann treffen wir uns an der
Regenbogenbrücke wieder.
Ach ja,
das Testergebnis, fast hätte ich es vergessen. Finn ist ein reinrassiger
Eurasier!!!
C.F.
05.09.2003 |
|
| |
|
 |
 |
| 14. 07. 2004 |
07. 11. 2004 |
| |
|
Seltsame Begegnung der dritten Art
|
Ich
möchte Euch gerne von Finns seltsamer Begegnung der dritten Art berichten,
lach. Es begann mit einem ganz harmlosen Spaziergang. Finn, inzwischen
vier Monate alt, und ich spazierten gemütlich über die gewohnte Wiese. Die
Sonne schien, es war wunderschön und Finn lief ohne Leine. Er schnupperte
mal hier, mal dort, lief mal schnell, mal langsam durch die Wiese, immer
hin und her, wie es Hunde so an sich haben. Nun befindet sich am Rande
dieser Wiese eine Art Entwässerungsgraben, der ziemlich stark mit Gras,
Brennnesseln und Disteln bewachsen ist. Am Ende dieses Grabens ist ein
Abflussrohr in den Boden eingelassen, das mit einem Gitter versehen ist
Vor diesem Gitter steht meist eine kleine
Wasserpfütze, aus der Finn fast regelmäßig zu trinken pflegt. Auch diesmal
rannte er zielstrebig dort hin, um zu trinken, kam wieder zurück und
preschte erneut in Richtung Pfütze, da stoppte er plötzlich mitten im
Lauf, überschlug sich fast und kam in wildem Galopp wieder zu mir zurück.
Im selben Moment sprang an der gleichen Stelle eine schwarz-weiße Katze
hoch in die Luft und raste mit eingezogenem Schwanz in die entgegen
gesetzte Richtung davon. Beide müssen einen Mordsschrecken bekommen haben,
als sie sich so plötzlich gegenüber standen. Kaum war Finn neben mir
angekommen, stellten sich seine Nackenhaare auf und er bellte der Katze
aufgeregt hinterher. „Also so was, wie kann die mich so erschrecken, sitzt
da einfach so im hohen Gras.“ Was mag sich wohl die Katze gedacht haben,
kommt da so ein junger Spund daher und springt ihr fast ins Gesicht. Seit
dieser Begegnung ist Finn noch nicht wieder bei dieser Pfütze gewesen, um
zu trinken. Die Katze muss ihn wohl mächtig beeindruckt haben, lach.
C.F. 17.09.2003 |
|
| |
|
 |
 |
| 18. 09. 2005 |
03. 11. 2005 |
| |
|
|
Sonnenaufgang im Nebel
|
Heute
früh gegen 6:30 Uhr wurde ich von einer feuchten Schnauze und einer warmen
Hundezunge wach geküsst. „Ja, bin ich denn Dornröschen, Finn? Na gut, ich
steh ja schon auf. Die Tigerin steht ja auch schon auf dem
Nachtschränkchen.“ Ob die wohl Hunger haben ? „g“ Also raus aus dem
Nachthemd, rein ins Badezimmer, Toilette, Zähne putzen, waschen, anziehen
und erst mal Katzen füttern. Dann das Frühstück für Finn zubereiten,
Haferflocken einweichen, ½ Apfel raspeln, ½ Banane zerquetschen, 1
Teelöffel Honig dazu, zwei Esslöffel Joghurt, alles vermischen. „Na dann
komm mal her du lümmeliger kleiner Wolf, Frühstück ist angerichtet“. –
Schlabber, schlabber, schlabber – Wenn man dich so schmatzen hört, bekommt
man selbst Hunger. Aber ich muss noch warten, erst kommt der Spaziergang
mit Finn. Ausgeschlabbert? Super, also ab nach draußen auf die Wiese.
Oh, wie schön sie heute ist, die Wiese.
Die Nebelschwaden wabern kurz über dem Gras, ich traue mich kaum
durchzugehen, ich könnte ja etwas Geheimnisvolles zerstören. Finn läuft
durch das nasse Gras und hat seinen Spaß. Hier ein Strullerchen, da ein
Häufchen. So ist es brav Finn. Mein Blick wandert gen Himmel und es trifft
mich der Schlag. Was für eine Beleuchtung. Die aufgehende Sonne taucht die
Wolken in ein unfassbar schönes Rot. Fasziniert stehe ich bestimmt 10
Minuten wie angewurzelt und starre in die Wolken. Und wieder habe ich die
Digi-Cam vergessen. Ich könnte mich wohin beißen. Derweil buddelt Finn die
Wiese um. Eigentlich soll er das ja nicht, aber ....... diese Wolken,
dieser Sonnenaufgang und dieser Nebel, boah. Buddel noch ein wenig Finn,
ich komme gleich.
C.F. 17.09.2003 |
|
| |
|
 |
 |
| 07. 05. 2006 |
23. 07. 2006 |
| |
|
|
Schwanenjagd mit Hindernissen
|
Finn ist
jetzt 8 ½ Monate alt und mitten in der Flegelzeit. Nicht-hören-wollen
gehört zu den Dingen, die er zur Zeit perfekt beherrscht. So muss der
Lümmel bei den Spaziergängen momentan an der Leine gehen, nur in den
Rheinwiesen darf er frei laufen, weil es da keine Straßen gibt, über die
er zu anderen Hunden stürmen könnte. Nun fahren wir an den Wochenenden
morgens in die Rheinwiesen, um mit einer Meute von bis zu 11 Hunden und
deren Herrchen und Frauchen spazieren zu gehen. Der Rhein hatte in den
letzten Wochen Hochwasser und wir konnten nur auf dem Deich entlang
laufen. Bis heute war nun der Wasserstand wieder soweit gesunken, dass wir
wieder durch die Wiesen laufen konnten. Na laufen ist übertrieben, eher
rutschen, oder auch mal waten, jedenfalls quatschte es ziemlich unter den
Gummistiefeln. An den tieferen Stellen der Rheinwiesen gab es noch
vereinzelte Wasseransammlungen, teilweise so groß wie Teiche, tief genug,
dass die Wasservögel drauf schwimmen konnten. So arbeiteten sich heute
Hunde und Menschen durch den Matsch, als mich von der Seite der Ruf
ereilte: „Finn jagt!“
Ein Blick zurück und ich sah, dass Finn
hinter zwei tief fliegenden Schwänen her jagte, die im Begriff waren auf
einer dieser übrig gebliebenen Wasserflächen zu landen. Unser Ruf nach ihm
drang entweder nicht an sein Ohr, oder er ignorierte ihn mal wieder,
jedenfalls jagte er weiter den Schwänen hinterher. In seinem Eifer,
übersah er wohl das in der Senke stehende Wasser, auf dem die Schwäne
landeten, jedenfalls rannte er im vollen Galopp hinein. Das Wasser
spritzte in alle Richtungen und schlug über Finn zusammen. Das muss ihn so
erschreckt haben, dass er sofort kehrt machte und genauso schnell wieder
aus dem Wasser schoss, wie er drin gelandet war. Verdutzt blieb er
daraufhin stehen und schaute in unsere Richtung. Wir konnten uns vor
Lachen nicht mehr halten. Da fiel Finns Blick auf eine vorwitzig Krähe,
die in seiner Nähe saß und sich wohl über ihn lustig machte. Nun musste
sie herhalten. Finn stürmte in ihre Richtung, um wenigstens sie zu
erbeuten, aber auch diese Jagd war nicht von Erfolg gekrönt. Nach diesem
Misserfolg besann sich Finn auf uns und kam Trost suchend zurück, um
wieder mit dem Rudel mitzulaufen. Ob Finn nun begriffen hat, dass Hunde
nicht fliegen können?
C.F. 01.02.2004 |
|
| |
|
 |
 |
| 28. 02. 2007 |
20. 12. 2007 |
| |
|
Vom Einsauen eines Badezimmer
Habt ihr schon mal ein gut eingesautes Badezimmer
gesehen und wisst Ihr, was man dafür tun muss? Nein? Dann will ich's Euch
erzählen.
Zunächst braucht Ihr dafür einen Hund, einen lebenden natürlich, keinen
Stoffhund, wäre ja zu einfach.
Mit diesem Hund, hier Finn genannt, macht ihr einen längeren Spaziergang
über die Rheinwiesen und wartet, bis er sich so richtig in Kot gewälzt
hat, weil das riecht ja so gut, meint er. Ihr meint natürlich, riecht gar
nicht gut, also zu Hause Finn in die Badewanne, abduschen, shampoonieren,
wieder abduschen, abtrocknen, fertig. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht
natürlich ganz anders aus.
Finn äugt schon misstrauisch gen Badewanne, als zu ganz ungewohnter Zeit
das Duschwasser reguliert wird. Und dann stehen die auch noch zu zweit vor
der Wanne, da kann ja was nicht stimmen. Alles was transportiert werden
kann, wird vorsichtshalber aus dem Bad geschafft. Was die nur vorhaben?
Seltsame Sache. Nun schnappt Frauchen sich den stinkenden Finn, der schon
nichts Gutes ahnt. In die Wanne will er schon mal gar nicht, weil *sowas
komisches habt Ihr mit mir noch nie gemacht*.
Erst mal kräftig sträuben, Beine weit voneinander
weg strecken, Rücken steif machen, vielleicht hilft es ja. Hilft aber nix.
Drin ist er in der Wanne. Nun kommt die erste Dusche. *Was soll das denn,
ich riech doch grad so gut*. Zappel, hops, lasst mich hier raus. Nein,
Frauchen und Herrchen halten beide den kleinen Stinker fest. Nun Shampoo
auf die Hand und Hund einseifen. *Iiiiigitt, was macht Ihr mit mir?* Erst
mal anfangen zu zittern, vielleicht hilft es ja. Hilft aber auch nicht.
Versuch ich halt, derart eingeseift, aus der Wanne zu flüchten. Ha, fast
geschafft, wenn da nicht vier Hände nach mir greifen würden. Mist, muss
ich mich wohl meinem Schicksal ergeben. Nun kommt wieder die Dusche. *Ist
es bald gut? Ich mag nicht mehr.*
Endlich, Frauchen macht das Wasser aus. *Darf ich jetzt gehen?* Nein,
immer noch nicht. Jetzt kommt so ein riesig großes Ding auf mich zu.
Badehandtuch nennt Frauchen das. Da wird Finn nun drin eingewickelt, wenn
er sich mal einwickeln ließe. Jedenfalls im Tuch wird Finn aus der Wanne
gehoben und dann auf dem Boden abgerubbelt. *Ob ich jetzt flüchten kann?*
Versuch gewagt und misslungen. *Manno, Frauchen merkt aber auch alles.*
Endlich nach etlichen Minuten Rubbelei darf Finn gehen. *Jetzt bin ich
aber sauer. Dafür schüttle ich mich noch mal im Vorbeigehen und verteile
das restliche Wasser in der Diele.*
Tja, nun ist Finn sauber und das Badezimmer eingesaut.
Frauchen sagt noch *Finn, wehe Du wutzt Dich noch einmal so ein.* Aber da
hört Finn schon gar nicht mehr hin. Er beschäftigt sich lieber mit dem
Belohnungsleckerchen. Hat er von Herrchen bekommen, weil er das Badezimmer
so schön eingesaut hat. *Grrrrrrrrrrr*
C.F. 11.12.2004 |
|
| |
|
 |
 |
| 21. 07. 2007 |
08. 03. 2008 |
| |
|
|
Schutzengel gibt es doch!
|
Heute
habe ich eine eher schreckliche Begebenheit zu berichten, auch wenn sie
einen guten Ausgang hatte.
Am vergangenen Sonntag kamen wir mit Finn im Auto vom Schrebergarten
zurück, fuhren den Wagen in die Garage, die auf einem großen Garagenhof
liegt, und ich ließ wie üblich Finn aus dem Auto. Kaum war er raus, rannte
er los und bellte wie wild. Ich guckte entsetzt hinterher und sah, dass da
eine schwarze Katze im Garagenhof war, die wir vorher nicht gesehen
hatten. Ich schrie hinter Finn her, aber der Zug war abgefahren. Die Katze
verschwand in Richtung Straße, Finn hinterher. In Gedanken hörte ich
schon die Bremsen quietschen und sah mich bei der Beerdigung unseres
Hundes. Ich mit all meinen Pfunden so schnell ich konnte hinter Finn her.
Als ich an der Straße ankam, war von ihm nichts mehr zu sehen. Ich rief
nach Finn, da kam er hinter einem parkenden Auto hervor und schlich mit
eingezogenem Schwanz und angelegten Ohren zu mir. Gott sei Dank, dachte
ich, nichts passiert.
Montag Abend nun sprach eine Nachbarin
meinen Mann an und sagte, sie hätte beobachtet, wie Katze und Hund über
die Straße gerannt sind und Finn dabei von einem Auto gestreift wurde. Als
die Katze sich in Sicherheit bringen konnte, Finn somit die Jagd aufgab
und wieder über die Straße zurück zum Haus lief, wäre es fast zu einem
Unfall gekommen. Als ich davon hörte, wurde mir ganz übel. Mein Herz sank
in die untersten Regionen meines Körpers und mir sprangen die Tränen in
die Augen.
Zum Glück scheint Finn außer einem kleinen Schock nichts abbekommen zu
haben.
Es gibt sie also doch, die Schutzengel! Und mein Finn hat an diesem Tag
mindestens zwei davon gehabt. Ich danke Gott im Namen aller, die Finn
lieben, dass er ihn an diesem Tag nicht zu sich gerufen hat.
Nie wieder werde ich Finn auf dem Garagenhof ohne Leine laufen lassen. Das
habe ich mir in dem Moment größten Entsetzens geschworen.
C.F. 25. 04. 2006 |
|
| |
|
 |
| |
|
Anam Cara Eurasier
|
Immer wieder hört man Stimmen, die
fragen:“ Wozu ist ein Eurasier eigentlich gut? Er ist zum Jagen nicht zu
gebrauchen, als Rettungshund nicht zu gebrauchen, als Fährtensucher nicht
zu gebrauchen und auch sonst zu nichts gut. Er sieht nur schön aus.“
Oberflächlich betrachtet mag das
stimmen, aber nicht, wenn man seine Sichtweise ändert und dem Eurasier in
die Seele schaut, denn der Eurasier ist der Anam Cara unter den Hunden,
der Seelenfreund.. Anam Cara kommt aus dem Gälischen, wobei Anam die Seele
und Cara der Freund bedeutet.
Der Eurasier hat eine andere Aufgabe,
als andere Hunderassen, er ist der Seelentröster, der Knuddelhund, der
Schmusebär. Er ist zur Stelle, wenn Du traurig bist und tröstet Dich. Er
freut sich wie irre, wenn Du glücklich bist, denn dann ist er es auch. Er
will immer und überall bei Dir sein und kann er es nicht, wartet er, dass
Du zu ihm zurückkommst. Dann tanzt er vor Freude und zeigt Dir all seine
Liebe.
Der Eurasier hält mit Blicken
Zwiesprache mit Dir und Du bist Dir sicher, er versteht jedes Wort, wenn
Du ihm etwas sagst. Und auch er gibt Dir unmissverständlich zu verstehen,
wenn ihm etwas nicht passt, wenn er etwas nicht will. So ist das bei
Seelenfreunden, sie haben beizeiten auch ihren eigenen Kopf. Das ist der
Preis, den wir zu zahlen haben, wenn wir uns auf den Eurasier einlassen.
Und, sagt doch selbst, all’ Ihr Eurasierbesitzer, zahlen wir diesen Preis
nicht gerne?
Sollte Euch noch einmal jemand fragen,
wozu ein Eurasier gut sei, dann sagt einfach:“ Er ist der Anam Cara unter
den Hunden, der Seelenfreund.“
© Christiane Fehse –
09.02.2008
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
Für die Welt magst Du nur
irgendein Hund sein, aber für mich bist Du die Welt. |
| |
|